Posselt (SL) ruft zum Kampf „gegen jede Form von Nationalismus auf." 

München. Zum Kampf gegen „jede Form von Nationalismus, der heute wieder zu den großen Bedrohungen Europas gehört", rief der Europapolitiker Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, anlässlich der Gedenkveranstaltung „100 Jahre nach dem 4. März 1919" in der Allerheiligen-Hofkirche München auf. Posselt: „Damit setzen wir ein Zeichen für ein starkes und geeintes Europa der Völker und Volksgruppen, das den Sudetendeutschen, die friedlich für das Selbstbestimmungsrecht demonstrierten, damals verweigert wurde. Heute können wir dieses Europa in Partnerschaft mit dem tschechischen Volk verwirklichen."

Am 4. März 1919 demonstrierten Tausende Sudetendeutsche friedlich für ihr Selbstbestimmungsrecht und den Verbleib ihrer Heimat bei Österreich. Diese Kundgebungen wurden durch tschechisches Militär gewaltsam niedergeschlagen, wobei 54 Menschen ums Leben kamen.

Posselt warnte vor Geschichtslosigkeit, denn wer die Vergangenheit verdränge, laufe in Gefahr, dass sie sich in anderer Form wiederhole oder fortsetze. „Wir treffen uns heute (Sonntag, 10. März) im Sinne eines ‚Nie wieder’. Die Toten des 4. März 1919 sind nicht gestorben, um die Menschen zu trennen, sondern um die Menschen zusammenzubringen in einem Europa des Friedens und einem Europa der Demokratie. Wenn wir das Gedenken so verstehen, dann kann aus etwas Schrecklichem – und in den letzten 100 Jahren ist sehr viel Schreckliches passiert – im christlichen Sinne etwas Positives werden", so Posselt.

 

Sudetendeutsche Gedenkveranstaltung 4. März 1919