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Skandalland Österreich . . . (k)ein Schurkenstaat ?

„Töten auf tschechische Art“ – wurde gestern im tschechischen Fernsehen ausgestrahlt

Massenmorde an Sudetendeutschen nach dem 8. Mai 1945 in Prag dokumentiert

 

Die erste Maiwoche steht jedes Jahr in der CR im Zeichen der Gedenkfeiern zum Ende des Zweiten Weltkrieges, zum Prager Aufstand gegen die deutschen Besatzer. Gestern, am 6. Mai 2010 wurde im Tschechischen Fernsehen eine Dokumentation gezeigt, welche die andere, die grausame Seite der Befreiung zeigte. „Töten auf tschechische Art“ heißt der Film und erinnert an Massenmorde an deutschen Zivilisten auf tschechischem Boden. Christian Rühmkorf von Radio Prag hat vor der Ausstrahlung beim Macher des Films, David Vondráček, nachgefragt, was in der Dokumentation zu sehen sein wird, den das öffentlich-rechtliche Prager Fernsehen ČT gestern zur besten Sendezeit (20.00 Uhr, eine Stunde) ausstrahlte.

Jiří Chmelíček steht ein oder zwei Tage nach dem offiziellen Kriegsende im Mai 1945 mit seiner Amateurkamera in der Prager Siedlung Bořislavka und filmt: Zu sehen ist eine lange Reihe von über 40 Männern in Zivilkleidung. Die meisten, aber nicht alle sollen Deutsche gewesen sein. Sie stehen am Straßenrand mit dem Rücken zur Kamera und fallen – wie zufällig ausgewählt – von Kugeln getroffen in den Graben. Anschließend zermalmt ein Lkw der Roten Armee die Körper. Diese Aufnahmen waren für die späteren kommunistischen Machthaber brandgefährlich. Chmelíček und schließlich seine Tochter Helena Dvořáčková versteckten sie sorgfältig. Erst jetzt kommen sie an die Öffentlichkeit.

„Es gibt eigentlich keine Aufnahmen, die – quasi wie in einer Live-Übertragung – das Töten von Zivilisten zeigen. Aber hier ist es dem Amateurfilmer Chmelíček zufällig gelungen, diese Exekution festzuhalten“, sagt David Vondráček, der Regisseur der rund einstündigen Dokumentation „Töten auf tschechische Art“, die nun im Tschechischen Fernsehen gezeigt wurde.

Gerade an diesem Titel entzündete sich aber noch vor der Ausstrahlung eine hitzige Debatte. Regisseur Vondráček:

„Nach Ansicht von Historikern schießen hier tschechische Revolutionsgarden und selbsternannte Hurra-Partisanen. Und dann überrollt ein sowjetischer Soldat – wahrscheinlich in sadistischer Lust – mit einem Lkw die zum Teil noch lebenden Menschen.“

Der Film „Töten auf tschechische Art“ – und das rechtfertigt nach Ansicht des Regisseurs Vondráček den Titel, dokumentiert auch andere Massentötungen, an denen Tschechen nach Kriegsende beteiligt waren. Eines der bekanntesten Beispiele ist der Massenmord an deutschen Zivilisten im nordböhmischen Postelberg / Postoloprty. Über 760 Männer zwischen 15 und 60 Jahren wurden hingerichtet. Vondráček stellt Postelberg und weitere tschechische Massenmorde an deutschen Zivilisten in einen größeren Kontext:

„Die Toten von Postelberg sind Teil des größten Massenmordes zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und den Ereignissen im bosnischen Srebrenica 1995.“

Vondráček hofft, dass viele Fernsehzuschauer den Film und die Ereignisse schon ohne ideologische Scheuklappen bewerten können. Aber:

Sicher wird ein Teil der tschechischen Öffentlichkeit diese Tatsachen nicht wahrhaben wollen. Ich meine, diese Phase der Selbstreflexion über die Ereignisse nach dem Zweiten Weltkrieg steht erst an ihrem Anfang.“

Gerhard Zeihsel, der Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ), sieht in der Ausstrahlung dieses tschechischen Filmdokuments einen ehrlichen Beginn einer Aufarbeitung der finsteren Zeit der tschechischen Geschichte. Viele Tschechen hatten sich schon so auf die Verdrängung dieser unrühmlichen Taten der ethnischen Säuberung (Völkermord) als die natürlichste und gerechte Sache der Welt eingestellt. Nach dieser Dokumentation gibt es ein böses, aber heilsames Erwachen! Ob die tschechische Politik das endlich auch zur Kenntnis nimmt und auch Schritte zur Wiedergutmachung einleitet, wird sich weisen, schloss Zeihsel.

http://www.ct24.cz/domaci/89000-zabijeni-po-cesku-drasticke-zabery-vrazdeni-nemeckych-civilistu/

 

 


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