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Skandalland Österreich . . . (k)ein Schurkenstaat ?

Wien, am 4. März 2010

Sudetendeutscher Pressedienst (SdP)

Sudetendeutsche Landsmannschaft in Österreich (SLÖ)

Bundespressereferat: A-1030 Wien, Steingasse 25

Telefon: 01/ 718 59 19*,  Fax: 01/ 718 59 23

 

 

E-Mail:  pressedienst@sudeten.at

 

Sudetendeutsches Märzgedenken am 6. März 2010 in Wien 

 

Wo Sudetendeutsche Vereinigungen wirken, wird seit 1920 der bei friedlichen Demonstrationen für das Selbstbestimmungsrecht und den Verbleib bei Österreich am 4. März 1919 auf den Marktplätzen Böhmens und Mährens erschossenen 54 Landsleuten gedacht.

Am Samstag, den 6. März 2010, 15.00 Uhr

im Haus der Begegnung Mariahilf

1060 Wien, Königseggasse 10

spricht Dr. Eva Maria Barki, Rechtsanwältin zum Thema

„Die verweigerte Selbstbestimmung – gestern und heute" 

Grußworte des Bundespräsidenten

Sehr geehrte Damen und Herren!

Sie haben mich eingeladen, für Ihre Gedenkstunde, die am 6. März 2010 in Wien unter dem Motto "Die verweigerte Selbstbestimmung - gestern und heute" stattfindet, eine Grußbot-schaft zu übermitteln.

Ich komme dieser Einladung gerne nach und grüße sehr herzlich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Darüber hinaus wünsche ich Ihrer Feierstunde, die an eine Zeit tragischer Aus-einandersetzungen und unschuldiger Opfer erinnert, im Geiste von Versöhnung und

Zukunftsorientierung einen würdigen Verlauf.

Meine Damen und Herren!

Wenn wir in die Geschichte Mitteleuropas zurückblicken, so finden sich im Laufe der Jahrhunderte viele gewaltsame Konflikte, aber auch viele verdienstvolle Bemühungen, Brücken der Nachbarschaft und der Zusammenarbeit zu schlagen und auszubauen.

Besonders schwierig war die Situation nach dem Zusammenbruch der Monarchie im Jahr 1918. Wir alle wissen über die tragischen Ereignisse des 4. März 1919 ebenso wie über die Jahre der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus zwischen 1938 und 1945 Bescheid, die u. a. zur Zerstörung der damaligen Tschechoslowakei geführt haben und Hass, Gewalt,

Verfolgung, Deportation und Vertreibung mit sich brachten.

Die Ereignisse von damals haben tiefe und schmerzhafte Spuren hinterlassen, und es folgte die mühsame Suche nach einem Neubeginn, nach Vertrauen und einem friedlichen Miteinander.

Ich glaube, dass wir - auch als Politiker - im Grunde immer noch Lernende sind, die sich bemühen, die Gräben der Vergangenheit zu schließen und mit Besonnenheit dazu beizutragen, dass sich die Fehler von damals nicht wiederholen bzw. überwunden werden.

Wir dürfen Konflikte und Auseinandersetzungen nicht leugnen, oder beschönigen. Wir sollten aber auch nicht stehenbleiben in unseren Bemühungen, Gegensätze aus der Vergangenheit zu überwinden und aufeinander zu zugehen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Ich möchte abschließend aus aktuellem Anlass noch ein weiteres Thema in aller Kürze anschneiden: Im Zusammenhang mit der Ratifizierung des Vertrages von Lissabon ist in den letzten Monaten das leidvolle Thema der Benes-Dekrete wieder in einer breiteren Öffentlich-keit diskutiert worden.

Ich möchte dazu zwei klare Feststellungen treffen.

1. Es hat sich bei den Benes-Dekreten seinerzeit zweifellos um schweres Unrecht gehandelt. Daran gibt es nichts zu beschönigen.

2. Die Tatsache, dass vom tschechischen Staatspräsidenten als Voraussetzung für seine Unterschrift unter den Lissabon-Vertrag die Bedingung gestellt wurde, dass die Europäische Grundrechtscharta in der tschechischen Republik keine Gültigkeit erlangt, hat auf die Benes-Dekrete in Wahrheit keine Auswirkung.

Leider keine positive Auswirkung in dem Sinn, dass sich der Standpunkt der tschechischen Republik verändert hätte; aber auch keine negative Auswirkung in dem Sinn, dass andere europäische Staaten damit die BenesDekrete "legalisiert" hätten. Davon kann keine Rede sein, und dies ist auch mit aller Deutlichkeit klargestellt worden.

Als österreichischer Bundespräsident werde ich mich weiterhin bemühen, an der Aufarbeitung dunkler Stunden unserer Geschichte mitzuarbeiten und dafür einzutreten, dass die Menschen-rechte sowohl innerhalb der Grenzen unseres Landes als auch jenseits der Grenzen unseres Landes respektiert und hochgehalten werden. In einer Europäischen Union stehen die Chancen dafür wesentlich besser, als im Europa des 20. Jahrhunderts.

Ich bleibe mit meinen besten Wünschen für Ihre Gedenkveranstaltung im Geiste von Versöhnung und einer gemeinsamen europäischen Zukunft.

Dr. Heinz Fischer

 

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